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Chronologie der Kernenergie:

Dazu siehe auch: Geschichte des Atom und Periodensystems

 

400  v.Chr.  

Die griechischen Philosophen Demokrit und Leukipp vertreten die Ansicht, dass die Materie aus kleinsten, unteilbaren und unveränderlichen Teilchen, den Atomen, bestehe.

 

1895

Gustav Röntgen entdeckt seine künstlich erzeugten X-Strahlen.

 

 

1896

Antoine Henri Becquerel entdeckt die Radioaktivität, als Strahlungsquelle gibt er Salze des Schwermetalls Uran an.

 

 

1898

Marie und Pierre Curie entdecken den Zerfall des Elementes Radium in andere Elemente, wobei ionisierende Strahlung frei wird.

 

 

1905

Albert Einstein formuliert seine spezielle Relativitätstheorie, nach der Energie und Masse einander äqualent sind und daher im Prinzip ineinander umwandelbar. In jedem materiellen Körper befinden sich demnach ungeheure Energiemengen 

 

 

1911

Ernest Rutherford entdeckt den Atomkern und entwickelt aus dieser Einsicht seine Theorie vom Aufbau des Atoms und vom Radioaktiven Zerfall. Basierend auf diese Erkenntnisse entwickelt Niels Bohr sein Atommodell.

 

 

1919

Es gelingt Rutherford zum ersten Mal, ein Element in ein anderes zu verwandeln. Durch den Beschuss mit Alphastrahlen entsteht aus Stickstoff das Element Sauerstoff.

 

 

1932

James Chadwick entdeckt das elektrisch neutrale Neutron und Werner Heisenberg findet heraus, dass Atomkerne aus Protonen und Neutronen zusammengesetzt sind. Damit haben die Kernforscher ein neues Werkzeug in den Händen und man beginnt schwere Atomkerne, etwa Uran, mit Neuronen zu beschießen.

 

 

1934

Enrico Fermi beschießt Urankerne mit Neutronen, erkennt aber nicht die daraus entstehende Kernspaltung, er vermutet die Entstehung eines neuen Elementes.

 

 

1934

Szilard reicht eine erste kernphysikalische Patentschrift beim britischen Patentamt ein. Sie trägt den Titel "Verbesserungen bei der Umwandlung chemischer Elemente" und beschreibt eine Vielzahl von Anwendungen der Neutronenbombardierung bis hin zu Nuklearbatterien, wie sie heute z. B. in Satelliten verwendet werden. Obendrein formuliert er auch schon den Grundgedanken der Kernfusion.

 

 

1934

Unter dem gleichen Titel folgt eine zweite Schrift. Dieses Datum kann als Geburtsstunde der Kernenergie betrachtet werden. In diesem Patent werden zum ersten Mal eine nukleare Kettenreaktion und das Konzept der kritischen Masse beschrieben.

 

 

1938

Otto Hahn und Fritz Strassmann gelingt der Nachweis der Spaltung des Uranatoms.

 

 

1939

Frederic Joliot bestätigt die Theorie, wonach die von Hahn entdeckte Atomspaltung zu einer Explosion von unvorstellbarer Gewalt führen könnte. Die Spaltung eines einzigen Atomkernes reiche aus, um eine Kettenreaktion auszulösen, die im Bruchteil einer Sekunde eine beträchtliche Masse des Urans in Energie umwandeln würde. Nach der Einsteinformel E = mc2 müsste die Energie der Explosion von unvorstellbarer Gewalt sein.

 

 

1941

Der Uranverein erbaut unter der Leitung von Werner Heisenberg und Walther Bothe einen Versuchsreaktor, in welchem bis Kriegsende keine sich selbst erhaltende Kettenreaktion erzeugt werden konnte.

 

 

 

 

1942

Enrico Fermi erbaut den ersten Kettenreaktor, den CP-1. Hiermit ist es möglich, eine Kettenreaktion aufrecht zu erhalten. Die daraus entstehende Energie hatte einen Betrag von einem halben Watt.

 

 

1945

Im Rahmen des "Manhattanprojektes" wird in Los Alamos unter der Leitung von größtenteils europäischen Wissenschaftlern an der Atombombe geforscht und das mit "erfolgreichen" Resultaten, wie der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki gezeigt hat.

 

 

1951

Im US-Staat Idaho wird mit dem Versuchsreaktor EBR 1 zum ersten Mal Strom durch Kernenergie erzeugt.

 

 

1955

Bonn schafft nach dem Erlangen der Souveränität ein Bundesministerium für Atomfragen

 

 

1957

Der erste Forschungsreaktor der TU München, das Atomei, wird in Betrieb genommen.

 

 

1959

Das Atomgesetzt tritt in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft. Es gilt als Grundlage für den Bau und den Betrieb von Atomkraftwerken.
Das Deutsche Atomforum e. V. wird als Organisation von Unternehmen, Verbänden, Behörden und natürlichen Personen zur Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie gegründet.

 

 

1960

Die Strahlenschutzverordnung wird verabschiedet.

 

 

1961

Im Karlsruher Kernforschungszentrum wird der erste deutsche Eigenbaureaktor in Betrieb genommen. Im Juni 1961 wird zum ersten Mal in der Bundesrepublik Deutschland mittels Kernenergie erzeugter Strom in das Verbundnetz eingespeist.

 

 

 

 

1966

Das Kernforschungszentrum Jülich führt die erste deutsche Kettenreaktion mit einem Hochtemperaturreaktor durch.

 

 

1967

Beginn des Versuchsprogramms zur Einlagerung radioaktiver Abfälle im Salzbergwerk Asse.

 

 

1969

Gründung der Kerntechnischen Gesellschaft e. V., einer Organisation zur Förderung des Fortschritts von Wissenschaft und Technik auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Atomenergie und verwandter Disziplinen.

 

 

1971

Beginn der Endlagerung radioaktiver Abfälle im Endlager Morsleben.

 

 

1972

Stade und Würgassen beginnen als erste kommerzielle Kernkraftwerke mit der Stromlieferung.

 

 

1974

Der weltweit erste 1200 MW-Block wird in Biblis in Betrieb genommen.

 

 

1975

Zusammenschluss von zwölf kernkraftwerksbetreibenden und planenden Elektrizitätsversorgungsunternehmen in der Projektgesellschaft Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen mbH (PWK). Die Schachtanlage Konrad wird für die Erforschung und Probelagerung radioaktiver Stoffe eingerichtet.

 

 

1977

Der erste deutsche Reaktor vom Typ schneller Brüter im Kernforschungszentrum Karlsruhe geht in Betrieb.

 

 

1979

Beschluss der Regierungschefs von Bund und Länder der "Grundsätze zur Entsorgungsvorsorge für Kernkraftwerke".

 

 

1982

Grundsteinlegung zur ersten großtechnischen Urananreicherungsanlage der Bundesrepublik Deutschland in Gronau.

 

 

 

 

1983

Erste kontrollierte Kernspaltung im Thorium-Hochtemperatur-Reaktor THTR-300.

 

 

1984

Inbetriebnahme des Brennelement-Zwischenlagers in Gorleben.

 

 

1986

Im sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl ereignet sich der bisher schwerste Unfall in der Geschichte der friedlichen Kernenergienutzung.
Das deutsche Strahlenvorsorgegesetzt tritt in Kraft.

 

 

1989

Beschluss der Bundesregierung, dass eine vertraglich dauerhaft abgesicherte Wiederaufarbeitung in den Staaten der EU als Teil des integrierten Entsorgungskonzeptes anerkannt werden kann. In Moskau wird der Weltverband der Kernkraftwerksbetreiber (WANO) gegründet, um durch einen weltweiten Erfahrungsaustausch die Sicherheit der Kernkraftwerke zu erhöhen.
Das Bundesamt für Strahlenschutz nimmt die Arbeit auf.

 

1991

Verabschiedung des energiepolitischen Gesamtkonzepts der Bundesregierung, "Energiepolitik im vereinten Deutschland".
In Den Haag wird die europäische Energiecharta unterzeichnet. Sie soll den Grundstein für eine Neustrukturierung der Energiewirtschaft Europas bilden.

 

 

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